Auszug aus der Brochüre "Die Pfarrkirche Sankt Martin in Simmern - Septfontaines (Autor: Jean-Pierre Kunnert)
 | | Einer frommen Legende nach ist Kaiser Heinrich VII. im Jahre 1313 in Buonconvento (Italien) in den Armen seines engen Freundes Thomas von Siebenborn gestorben. Thomas sei daraufhin nach Simmern zurückgekehrt und habe dort eine erste Kirche errichten lassen, welche 1317 konsekriert wurde. Die Existenz einer Kirche in Simmern ist jedoch schon für die Jahre 1205 und 1301 belegt. Das Martinspatrozinium , sowie die vielen in nächster Umgebung gemachten Funde aus dem frühen Mittelalter weisen allesamt auf ein frühchristliches Gotteshaus hin. Die Kirche und der Friedhof mit seinen teilweise bis ins 16. Jahrhundert zurückreichenden Grabkreuzen und seinen Buchsbaum umrandeten Gräbern bilden auch heute noch eine bemerkenswerte Einheit, welche die staatlichen Instanzen schon 1962 dazu bewog, das wertvolle Ensemble als Nationaldenkmal einzustufen. | Die Brochüre ist für 7.-€ im Gemeindesekretariat erhältlich.
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Die Geschichte von Simmern
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| Das idyllisch gelegene Burgdorf Simmern(Septfontaines) bildet das Zentrum des Eischtales, auf halbem Weg zwischen Mersch und Steinfort. Der Ortsname stammt aus den beiden mittelhochdeutschen Wörtern „Sief“ (enges feuchtes Bachtal) und „Born“ (Quelle oder Brunnen). Aus dem Wort „Sief“ wurde dann durch Verballhornung die Zahl „sieben“, welche latinisiert „septem“ und franzisiert „sept“ ergeben hat. Die lateinische Bezeichnung „de Septemfontibus“ ist für die Jahre 1192 und 1205 belegt. Daraus hat sich gegen Ende des 13. Jahrhunderts der französische Name „Septfontaines“ entwickelt, der bis heute amtlich geblieben ist. Der bis Mitte des 19.Jahrhunderts gängige deutsche Name „Siebenborn“ erscheint in den Texten gegen Ende des 13. Jahrhunderts auf, während die umgangssprachliche Form „Simmern“ erst im späten 18. Jahrhundert auftaucht. |  | Der Siedlungsursprung liegt jedoch nicht im Tal, sondern auf den die Eisch umgebenden Hochflächen, wie verschiedene archäologische Funde aus vorgeschichtlicher, römischer und fränkischer Zeit aufzeigen. Allein die Flurnamen wie „Mies“ (mansio), „Steerausch“ (Steinhaufen), Kiem“ (caminus), „Griefgen“ (Graben), „Scheier“ (Scheune), „Kempert“ (campus) und „Leichenheel“ (Leichenhöhle), zeigen auf eine römische Besiedlung hin. Die 1936 in der Nähe von Leesbach aufgefundene Skulptur einer römischen Quellgottheit, „die Venus von Leesbach“, befindet sich heute im Nationalmuseum in Luxemburg, genauso wie eine in den 50er Jahren des 20.Jahrhunderts in Greisch aufgefundene Fibel aus merowingischer Zeit. Die Herrschaft Siebenborn wird zum ersten Mal im Jahre 1192 in einer Urkunde des Klosters Echternach erwähnt. Tidericus (Dietrich, Thierry) Herr von Siebenborn, nennt Besitztümer sein eigen, welche König Arnulf dem Kloster Echternach im Jahre 881 abgenommen hatte. Im Jahre 1233 stellt Johann von Simmern seinen Besitz unter die Herrschaft der Luxemburger Landesfürstin Ermesinde. Derselbe unterzeichnet auch als Zeuge die Freiheitsurkunde der Stadt Luxemburg im Jahre 1244.  Zu Beginn des 14. Jahrhunderts ist Thomas von Siebenborn, der Freund und Begleiter Kaiser Heinrichs VII. Schlossherr von Simmern. Nachdem das erste Geschlecht von Siebenborn früh ausgestorben war, kamen Herrschaft und Burg im 14. Jahrhundert über die Familien Craenendonck, Milberg und Kerpen an die Familien Raville (Rollingen), Pallandt, Warsberg, Eynatten, de Stassin, Bidart, de Thomassin, de Ryaville, de Marchant et d’Ansembourg und Créhange (Criechingen). Nach 1815 ging die Burg in den Besitz der Familien von Balbi-Rivera, de Bertrand-Perusa, von Arenberg, von Sarcena, Fago-Golfarelli, Paretti und Rippinger über.
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